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Datum der Veröffentlichung: 
2012/05

Neurofeedback (EEG-Biofeedback) ist ein Frequenzbandtraining und basiert auf dem Prinzip der operanten Konditionierung. Durch die Trainingsprozesse sollen Selbstregulationsprozesse gefördert werden und Fehlregulationen in kortikalen Strukturen minimiert werden. Der Einsatz von Neurofeedback im Bereich von Essstörungen basiert auf Erkenntnissen von Studien, die massive EEG-Veränderungen bei PatientInnen mit Anorexia nervosa (AN) nachweisen konnten. Diese Veränderungen beziehen sich hauptsächlich auf eine erhöhte Beta- sowie eine verringerte Alphaaktivierung in frontalen Hirnregionen. Bei dieser explorativen Interventionsstudie soll ein Neurofeedbacktraining zur Erhöhung der individuellen Alpha-Frequenz an Patientinnen mit AN im Kindes- und Jugendalter evaluiert werden. Die Stichprobe setzt sich aus 20 Probandinnen zusammen, die in Behandlung auf der Psychosomatischen Station der Univ. Kinderklinik Graz sind. Die Patientinnen werden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Experimentalgruppe (EG, n=10) erhält fünf Wochen lang zwei Sitzungen/Woche Neurofeedback zur Erhöhung der individuellen Alpha-Frequenz, während die Kontrollgruppe (n=10) mit dem herkömmlichen Therapieangebot behandelt wird. Zu zwei Messzeitpunkten (t1=prätraining, t2=posttraining) werden symptomatische, psychometrische und Spontan-EEG-Daten erhoben. Zusätzlich wird eine gesunde Kontrollgruppe (n=20) untersucht. Die EG wird zur besseren Evaluierung der Stabilität der Effekte in einer Follow-up-Studie (zehn Wochen nach t1) noch einmal mit derselben Testbatterie inkl. EEG gemessen. Erste Ergebnisse deuten auf positive Effekte des Neurofeedbacktrainings in Bezug auf Befindlichkeits- und psychometrische Daten hin. Die Auswertung der Spontan-EEG-Daten weist ebenfalls auf die positive Auswirkung von Neurofeedback auf die Hirnfrequenz der Probandinnen hin.

Art der Publikation: 
Präsentation