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Datum der Veröffentlichung: 
2011/03

Historisch betrachtet, lässt sich schon bei William James (1902) die Einschätzung finden, dass die vollständige Heilung einer Suchterkrankung insbesondere durch „leidenschaftliche Religiosität“ erfolgen kann. Auch finden der Schweizer Psychoanalytiker C. G. Jung und Bill Wilson, ein Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker (AA), eine gemeinsame Formel zur Suchtbekämpfung „Spiritus contra Spiritum“ (sinngemäß der „Heilige Geist“ gegen den „Geist im Alkohol“). So kann nach deren Meinung nur einer dem Menschen inne wohnen bzw. „treibt der eine den anderen gleichsam aus“. Diese Einschätzung findet auch auf der Basis neuerer klinisch-religonspsychologischer Forschung ihre Bestätigung. Der negative Zusammenhang zwischen Religiosität, Spiritualität und unterschiedlichen substanzgebundenen bzw. nicht substanzgebundenen Süchten konnte vielfach belegt werden. Welche Möglichkeiten und Perspektiven ergeben sich dadurch in weiterer Folge für die ambulante und stationäre Drogentherapie oder auch die Arbeit in der therapeutischen Gemeinschaft? Erste empirische Ergebnisse weisen auf den besonderen Stellenwert von Religiosität und Spiritualität in der psychotherapeutischen Behandlung von Suchtkranken hin. Somit erscheint es reizvoll eine bio-psycho-sozio-spirituelle Sichtweise in der Drogentherapie weiter zu verfolgen.

Art der Publikation: 
Vortrag