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Datum der Veröffentlichung: 
2017/12

Journal/Verlag:

Hintergrund: Wenngleich es bis heute kein allgemein akzeptiertes Modell zur Beschreibung der Entstehung und Behandlung von Suchterkrankungen gibt, stellt die Bindungstheorie bereits seit Jahrzehnten eine bedeutsame Basis für den klinisch-therapeutischen Umgang mit Suchterkrankungen dar. In dieser Arbeit soll ein systematischer Überblick der empirischen Studien zum Zusammenhang zwischen substanzgebundenen Süchten und Störungen des Bindungsverhaltens gegeben werden. Fragestellung: Gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen der Störung des Bindungsverhaltens und dem Vorliegen einer Substanzabhängigkeit?

Methode: Zur Erfassung der relevanten Studien wurden verschiedene elektronische Datenbanken (PsychInfo, Web of Science, Pubmed) systematisch nach Journal- und Buchbeiträgen in englischer und deutscher Sprache durchsucht. Aus den Ergebnislisten wurden 22 Publikationen ausgewählt. Nach der strengeren Beschränkung auf Originalarbeiten konnten letztlich 12 Artikel als passend akzeptiert werden.

Ergebnisse: In zehn von zwölf empirischen Arbeiten zeigte sich ein relevanter Zusammenhang zwischen substanzgebundenem Suchtverhalten und unsicherer Bindung.

Schlussfolgerungen: Durch die Ergebnisse bisheriger Forschungsarbeiten erhärtet sich die Hypothese, süchtiges Verhalten als möglichen Ausdruck einer Bindungsstörung zu verstehen. Damit wird auch die Bedeutsamkeit der Berücksichtigung bindungsbezogener Parameter in Prävention und Behandlung von substanzgebundenen Süchten unterstrichen. Weiterführende Arbeiten könnten auf nicht-substanzgebundene Süchte bzw. Therapieverlaufsstudien fokussieren.

Art der Publikation: 
Journal