Braucht die Suchtbehandlung eine spirituelle Dimension?

Vielfach wurde der negative Zusammenhang von Religiosität und Spiritualität mit verschiedenen Formen von Suchterkrankungen bestätigt. Auch können religiös-spirituelle Themen eine bedeutsame Rolle für den gesamten Verlauf einer Abhängigkeitserkrankung spielen. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurden suchtkranke Patienten während ihres stationären Aufenthalts im Verein Grüner Kreis mit Hilfe des Multidimensionalen Inventars zum religiös-spirituellen Befinden (MI-RSB) befragt.

Religiös/Spirituelles Befinden bei psychisch Kranken: Ängstlich/Depressive und Suchtkranke im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen

Anliegen: Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Dimensionen von Religiosität und Spiritualität bei stationären psychiatrischen PatientInnen zu untersuchen. Gibt es Unterschiede im religiös/spirituellen Befinden zwischen suchtkranken (ICD-10: F1x) und ängstlich/depressiven (ICD-10: F3x/F4x) PatientInnen? Welche Implikationen ergeben sich daraus für die Behandlung?

Religion und Suchterkrankungen

In vielen religiösen Traditionen wird ein enger Zusammenhang zwischen dem verkündeten religiösen Heil und konkreten Erfahrungen von Heilung an Leib und Seele im Hier und Jetzt gesehen. Gegenüber religiösen und spirituellen Überzeugungen als Ressource für die Gesundheit bestanden innerhalb der Gesundheitsforschung, in Medizin wie Psychologie, hingegen lange Zeit massive Zweifel. Seit den 1990er Jahren ist jedoch ein explosionsartiger Anstieg der Forschung zu Religion und Gesundheit besonders in den USA zu verzeichnen.